Allgemeine Geschäftsbedingungen
Atlaron GmbH — Stand: 20. September 2026
§ 1 Geltungsbereich und Definitionen
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB“) gelten für alle Verträge zwischen der Atlaron GmbH, Bonhoefferstr. 26, 73760 Ostfildern (nachfolgend „Anbieter“) und dem Kunden (nachfolgend „Kunde“) über die Nutzung der Atlaron-Plattform und der darüber bereitgestellten KI-Agenten (nachfolgend gemeinsam „Dienste“).
(2) Die Dienste werden als Software-as-a-Service (SaaS) bereitgestellt. Der Kunde erhält ein zeitlich begrenztes, nicht übertragbares Nutzungsrecht an den Diensten. Ein Erwerb von Softwarelizenzen findet nicht statt.
(3) Diese AGB gelten gegenüber Unternehmern im Sinne des § 14 BGB, juristischen Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtlichen Sondervermögen sowie gegenüber Verbrauchern im Sinne des § 13 BGB. Soweit einzelne Regelungen nur für eine dieser Gruppen gelten, ist dies ausdrücklich bezeichnet.
(4) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende AGB des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich und schriftlich zu.
§ 2 Vertragsschluss und Nutzerkonto
(1) Der Vertragsschluss erfolgt durch die Registrierung des Kunden auf der Atlaron-Plattform und die Bestätigung dieser AGB. Mit der Registrierung gibt der Kunde ein verbindliches Angebot ab. Der Anbieter nimmt dieses Angebot durch die Freischaltung des Nutzerkontos an.
(2) Der Kunde ist verpflichtet, bei der Registrierung wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen und diese aktuell zu halten.
(3) Der Kunde ist für die Geheimhaltung seiner Zugangsdaten verantwortlich. Er hat den Anbieter unverzüglich zu informieren, wenn er Kenntnis davon erlangt, dass ein unbefugter Dritter Kenntnis von seinen Zugangsdaten erlangt hat.
§ 3 Leistungsbeschreibung
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden über das Internet Zugang zu KI-Agenten bereit, die verschiedene Aufgaben automatisiert oder teilautomatisiert ausführen (z.B. Dokumentenmanagement, Wissensabfrage, E-Mail-Verwaltung).
(2) Der konkrete Funktionsumfang, das enthaltene Aktionskontingent und die Preise richten sich nach dem vom Kunden gewählten Tarif und Zahlungsintervall gemäß der jeweils gültigen Preisliste unter atlaron.ai/preisliste. Die Preisliste ist Bestandteil des Vertrags; ihre zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültige Fassung wird dem Kunden vor Vertragsabschluss zur Verfügung gestellt und ist auf Anfrage unter kontakt@atlaron.ai erhältlich.
(3) Der Anbieter ist berechtigt, die Dienste weiterzuentwickeln, zu verbessern und anzupassen, solange die vertraglich vereinbarten Kernfunktionen erhalten bleiben.
(4) Der Anbieter schuldet eine Verfügbarkeit der Plattform von 99,5 % im Jahresmittel, gemessen außerhalb angekündigter Wartungsfenster. Angekündigte Wartungen werden mindestens 48 Stunden im Voraus per E-Mail oder über das Portal kommuniziert.
§ 4 Aktionsbasierte Abrechnung
(1) Die Abrechnung erfolgt aktionsbasiert. Eine „Aktion“ ist die Verbrauchseinheit des Kontingents. Ein Verarbeitungsvorgang eines KI-Agenten (z.B. eine Dokumentenklassifizierung, eine Chatanfrage, eine E-Mail-Bearbeitung) verbraucht eine oder mehrere Aktionen. Wie viele, richtet sich nach dem tatsächlichen Verarbeitungsaufwand des Vorgangs — insbesondere nach Umfang und Komplexität der Aufgabe, dem eingesetzten Agenten und der Zahl der dafür erforderlichen Verarbeitungsschritte — und kann deshalb auch bei demselben Agenten von Vorgang zu Vorgang unterschiedlich sein. Der Verbrauch wird von der Plattform bei Ausführung des Vorgangs ermittelt und dem Kunden für jeden einzelnen Vorgang im Kundenportal in Echtzeit angezeigt. Ist das Kontingent erreicht, werden keine weiteren Vorgänge ausgeführt (Absatz 4). Kosten über den Preis des gewählten Tarifs hinaus entstehen nur durch eine ausdrückliche Beauftragung des Kunden — den Zukauf eines Aktionspakets, einen Tarifwechsel oder einen von ihm aktivierten automatischen Nachkauf (Absatz 5).
(2) Jeder Tarif enthält ein monatliches Kontingent an Aktionen. Das Kontingent ist unabhängig vom gewählten Zahlungsintervall ein monatliches und wird jeweils zum Monatstag des Vertragsbeginns erneuert. Verbrauchte Aktionen werden im Kundenportal je Vorgang in Echtzeit angezeigt.
(3) Nicht verbrauchte Aktionen verfallen am Ende des Abrechnungszeitraums und werden nicht in den Folgemonat übertragen, sofern nicht ausdrücklich anders vereinbart.
(4) Bei 80 und 90 Prozent des Kontingents wird der Kunde im Kundenportal informiert. Bei Erreichen des Kontingents werden weitere Aktionen erst nach Wechsel in einen höheren Tarif, Zukauf zusätzlicher Aktionen (Aktionspaket) oder Erneuerung des Kontingents ausgeführt. Eine Abrechnung über das Kontingent hinaus findet ohne ausdrückliche Beauftragung des Kunden nicht statt.
(5) Aktionspakete werden zu den Preisen der Preisliste einmalig abgerechnet und dem laufenden Abrechnungszeitraum gutgeschrieben. Der Kunde kann im Kundenportal einen automatischen Nachkauf (Auto-Topup) aktivieren. In diesem Fall wird bei Erreichen des Kontingents ein Aktionspaket der vom Kunden gewählten Größe zu Lasten des hinterlegten Zahlungsmittels erworben. Der automatische Nachkauf ist auf die in der Preisliste genannte Anzahl von Paketen je Abrechnungszeitraum begrenzt, erfolgt nur bei ausdrücklicher Aktivierung durch den Kunden und kann von ihm jederzeit mit Wirkung für die Zukunft deaktiviert werden.
(6) Für einen Verarbeitungsvorgang mit unbrauchbarem Ergebnis kann der Kunde innerhalb der in der Preisliste genannten Frist nach Abschluss des Vorgangs einmalig eine Erstattung anfordern. Die für den Vorgang verbrauchten Aktionen werden dem Kontingent des laufenden Abrechnungszeitraums gutgeschrieben; ein Anspruch auf Auszahlung besteht nicht. Erstattungen sind je Abrechnungszeitraum auf den in der Preisliste genannten Anteil des Kontingents begrenzt. Weitergehende gesetzliche Gewährleistungsrechte bleiben unberührt.
§ 5 Preise und Zahlung
(1) Es gelten die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses in der Preisliste veröffentlichten Preise. Gegenüber Unternehmern verstehen sich die Preise als Nettopreise zuzüglich der jeweils gesetzlichen Umsatzsteuer; gegenüber Verbrauchern gelten die in der Preisliste ausgewiesenen Gesamtpreise einschließlich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Die Abrechnung erfolgt monatlich oder jährlich im Voraus, je nach gewähltem Zahlungsintervall. Bei jährlicher Zahlung gilt der in der Preisliste ausgewiesene Jahrespreis. Ein Wechsel des Zahlungsintervalls ist nach Maßgabe der Preisliste möglich.
(3) Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen nach Zugang zur Zahlung fällig. Bei Zahlungsverzug gelten die gesetzlichen Regelungen.
(4) Der Anbieter ist berechtigt, Preise mit einer Ankündigungsfrist von 30 Tagen zum Ende eines Abrechnungszeitraums anzupassen. Der Kunde hat in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht.
§ 6 Kostenlose Testphase
(1) Der Anbieter gewährt neuen Kunden eine kostenlose Testphase von 14 Tagen. Während der Testphase steht dem Kunden der Funktionsumfang des in der Preisliste als Testumfang bezeichneten Tarifs zur Verfügung; vertraglich läuft die Testphase auf dem Einstiegstarif mit monatlichem Zahlungsintervall.
(2) Die Hinterlegung eines Zahlungsmittels ist während der Testphase freiwillig. Ist am Ende der Testphase kein Zahlungsmittel hinterlegt, endet der Vertrag automatisch, ohne dass Kosten entstehen. Ist ein Zahlungsmittel hinterlegt, geht der Vertrag mit Ende der Testphase in den kostenpflichtigen Einstiegstarif über, sofern der Kunde nicht zuvor einen anderen Tarif gewählt hat. Der Anbieter weist den Kunden vor Ende der Testphase per E-Mail auf den bevorstehenden Übergang hin.
(3) Der Kunde kann während der Testphase jederzeit in einen kostenpflichtigen Tarif wechseln; die Testphase endet damit. Das jährliche Zahlungsintervall kann nach Ende der Testphase gewählt werden.
§ 7 Laufzeit und Kündigung
(1) Verträge mit monatlicher Abrechnung können mit einer Frist von 14 Tagen zum Ende des jeweiligen Abrechnungsmonats gekündigt werden.
(2) Verträge mit jährlicher Abrechnung haben eine Erstlaufzeit von 12 Monaten. Ist der Kunde Unternehmer, verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils 12 Monate, sofern er nicht mit einer Frist von 30 Tagen zum Ende der jeweiligen Laufzeit gekündigt wird. Ist der Kunde Verbraucher, verlängert sich der Vertrag nach Ablauf der Erstlaufzeit auf unbestimmte Zeit und kann von ihm jederzeit mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden; die jährliche Vorauszahlung wird in diesem Fall anteilig für die verbleibenden vollen Monate erstattet.
(3) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
(4) Nach Vertragsende wird der Zugang des Kunden gesperrt. Der Kunde hat die Möglichkeit, seine Daten innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsende zu exportieren. Nach Ablauf dieser Frist werden die Daten unwiderruflich gelöscht.
(5) Die Kündigung kann im Kundenportal, per E-Mail an kontakt@atlaron.ai oder über die Kündigungsschaltfläche unter atlaron.ai/kuendigen erklärt werden. Der Anbieter bestätigt den Eingang unverzüglich in Textform unter Angabe von Datum und Uhrzeit des Eingangs sowie des Zeitpunkts, zu dem der Vertrag endet.
§ 8 Datenschutz und Datensicherheit
(1) Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten des Kunden gemäß den geltenden Datenschutzgesetzen, insbesondere der DSGVO. Näheres regelt die Datenschutzerklärung unter atlaron.ai/datenschutz.
(2) Soweit der Anbieter im Rahmen der Dienste personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden verarbeitet, schließen die Parteien einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) gemäß Art. 28 DSGVO.
(3) Alle Daten werden ausschließlich auf Servern innerhalb der Europäischen Union gespeichert und verarbeitet.
(4) Der Atlaron Knowledge Manager (Desktop Client) verarbeitet Dokumenteninhalte ausschließlich lokal auf dem Endgerät des Kunden. Es findet keine Übertragung von Dokumenteninhalten an Server des Anbieters statt.
§ 9 Nutzungsrechte und geistiges Eigentum
(1) Der Anbieter räumt dem Kunden für die Dauer des Vertrags ein einfaches, nicht übertragbares, nicht unterlizenzierbares Recht zur Nutzung der Dienste im Rahmen dieser AGB ein.
(2) Alle Rechte an der Software, den Algorithmen, Modellen, der Dokumentation und allen sonstigen Materialien verbleiben beim Anbieter.
(3) Der Kunde darf die Dienste nicht dekompilieren, zurückentwickeln, kopieren oder Dritten zur Nutzung überlassen, sofern nicht gesetzlich ausdrücklich erlaubt.
(4) An den vom Kunden eingegebenen oder hochgeladenen Inhalten behält der Kunde sämtliche Rechte. Der Anbieter erhält nur die zur Erbringung der Dienste notwendigen Nutzungsrechte. Kundendaten werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.
§ 10 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, die auf einer fahrlässigen oder vorsätzlichen Pflichtverletzung beruhen, sowie für Schäden, die von der Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz umfasst werden.
(2) Für sonstige Schäden haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten). In diesem Fall ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt.
(3) Die Haftung für mittelbare Schäden, insbesondere entgangenen Gewinn, ist — soweit gesetzlich zulässig — ausgeschlossen.
(4) Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten der Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
§ 11 Höhere Gewalt
Der Anbieter haftet nicht für Leistungsstörungen, die auf höherer Gewalt beruhen (z.B. Naturkatastrophen, Pandemien, Krieg, behördliche Anordnungen, Ausfälle von Telekommunikationsnetzen oder Energieversorgung). Dies gilt auch für Streiks, Aussperrungen oder vergleichbare Umstände, soweit sie unvorhersehbar, schwerwiegend und unverschuldet sind.
§ 12 Änderungen der AGB
(1) Der Anbieter ist berechtigt, diese AGB mit einer Ankündigungsfrist von 30 Tagen zu ändern. Die Änderungen werden dem Kunden per E-Mail mitgeteilt.
(2) Widerspricht der Kunde den Änderungen nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Mitteilung, gelten die geänderten AGB als angenommen. Der Anbieter wird den Kunden in der Änderungsmitteilung auf die Bedeutung der 30-Tage-Frist, das Widerspruchsrecht und die Rechtsfolgen des Schweigens hinweisen.
(3) Widerspricht der Kunde den Änderungen, steht beiden Parteien ein Sonderkündigungsrecht zu.
§ 13 Widerrufsrecht für Verbraucher
(1) Verbrauchern steht ein gesetzliches Widerrufsrecht zu. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Widerrufsbelehrung unter atlaron.ai/widerruf, die auch ein Muster-Widerrufsformular enthält.
(2) Verlangt der Verbraucher bei der Registrierung ausdrücklich, dass die Leistung bereits vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, und bestätigt er seine Kenntnis davon, dass er sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung verliert, so hat er im Fall des Widerrufs den Wert der bis dahin erbrachten Leistung anteilig zu ersetzen. Während der kostenlosen Testphase entsteht dadurch kein Zahlungsanspruch.
§ 14 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
(2) Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist Gerichtsstand Stuttgart. Gegenüber Verbrauchern gelten die gesetzlichen Gerichtsstände; die Rechtswahl nach Absatz 1 lässt zwingende Verbraucherschutzvorschriften des Staates, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, unberührt.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.